============================================= DER KNAUSERER die 1. Online-Zeitung fuer Sparsame ============================================= Ausgabe 03/2001 Knauserer-Homepage: knauserer.tsx.org ----------------------------------------------------------------------- Inhaltsverzeichnis: * Kreditkarten und Buchgeld Der Weg zu Ueberwachungsstaat und perfekter Diktatur - von Guenter Hannich * Die rote Karte fuer BSE und Schweinepest - internationale vegetarische und billige Gerichte aus aller Welt Teil II - billig futtern wie in der SCHWEIZ * Hilfe meine Waschmaschine ist meine groesste Spardose - Ideen zum Waschen, Trocknen und Buegeln - Teil III: Trocknen * Ich werde Kleinstbauer - was man alles am eigenen Balkon pflanzen kann * Mit kleinen Tipps viel sparen * Helfen Sie sparsame Ideen zu finden! ----------------------------------------------------------------------- In eigener Sache: a) Es gibt wieder NEWS! (Fuer alle neuen Knauserer - Neue Lexikon- eintraege kommen zuerst in die Abteilung News bevor sie in das Lexikon uebernommen werden). b) Der Naturlehrpfad fuer wilde Nutzpflanzen waechst und gedeiht! Zu er- reichen vorerst ueber aktuelle Forschungen/alphabetische Liste. c) Die neue Knauserer-Homepage ist zu erreichen unter: http://knauserer.tsx.org oder http://members.surfeu.at/mau d) Unbedingt mal vorbeischauen - ich habe jetzt ENDLICH ein Diskussions- forum und freue mich auf eure Beitraege. e) und endlich funktiontiert auch das Suchformular im Lexikon, juhuhuhu!! ----------------------------------------------------------------------- * Kreditkarten und Buchgeld Der Weg zu Überwachungsstaat und perfekter Diktatur - von Guenter Hannich Kreditkarten und Buchgeld Der Weg zu Ueberwachungsstaat und perfekter Diktatur von Guenter Hannich Immer haeufiger kommt heute die Forderung nach elektronischem Geld, oder einer Kartenwaehrung. Dieses Zahlungsmittel wird dabei als besonders modern dargestellt, waehrend die herkoemmlichen Scheine und Muenzen als altmodisch und unbequem verunglimpft werden. Hier stellt sich die Frage, ob diese Annahme berechtigt ist und ob Kartengeld wirklich einen Fortschritt oder vielleicht doch eine Gefahr Ihr Vermoegen und Ihre Freiheit darstellt? Geld und Geldforderungen Zuerst sollte einmal geklaert werden, was ueberhaupt Geld ist. Am Anfang der Anlageformen steht das Bargeld. Bargeld ist gewissermassen die Grundform der Geldanlagen, auf welche alle anderen aufbauen. Damit ist Bares von vornherein die liquideste Anlageform mit dem schnellsten Zugriff. Hier lohnt es sich, sich darueber klar zu werden, was der entscheidende Unterschied zwischem Bargeld und damit aufgebauten Geldforderungen darstellt. Den wenigsten Menschen ist der Unterschied zwischen Geld und Geld- forderungen bekannt. Geld sind die Scheine und Muenzen, gegen die im Laden Waren gekauft werden koennen. Geldforderungen sind auf dem Papier oder im Computer verbuchte Guthaben und werden deshalb auch Buchgeld genannt. Unter Geldforderungen fallen demnach alle Anlageformen wie Anleihen, Schuldverschreibungen, Sparbuch, Kreditkarten und auch das Girokonto. Geld ist ein Dokument, welches die Kaufkraft verbrieft. Geldforderungen sind Versprechen des Geldinhabers, dieses wieder zurueckzuzahlen. Wird dieses Versprechen gebrochen, so verliert die Geldforderung ihren Wert. Eine Anleihe eines bankrotten Staates beispielsweise ist genauso wertlos wie das Girokonto bei einer bankrotten Bank. Die fuer die Wirtschaft entscheidende Groesse sind nicht die Zahlungsversprechen, sondern die verbrieften Rechte. Was fuer Auswirkungen dies auf Ihr Vermoegen hat und was Sie dabei fuer Ihre Anlagensicherung beachten muessen, wurde bereits ausfuehrlich in meinem Buch "Geldcrash-So retten Sie Ihr Vermoegen- Der Krisenwegweiser" beschrieben. Wichtig ist, dass Geldforderungen zwar den Zahlungsverkehr erleichtern, beispielsweise indem Betraege ueberwiesen werden koennen, statt umstaendlich transportiert zu werden, jedoch keinen Einfluss auf den Preisstand und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung haben. In einer empirischen Untersuchung der Gesamthochschule Siegen wurde erkannt, dass nur das umlaufende Bargeldvolumen einen Einfluss auf die Preisentwicklung hat, sich jedoch keine Korrelation zum Sichtguthaben finden liess. Bestandteile des Buchgeldes Aus was bestehen ueberhaupt die Geldforderungen oder das Buchgeld? Dieses scheinbare Geld besteht aus zwei Komponenten: Einmal einem Guthaben und zum zweiten einem gleichgrossen Kredit. Durch Ein- zahlungen von Bargeld bei einer Bank und weiterverleihem von diesem, entstehen gebuchte Durchlaufposten, das Buchgeld. Der gleiche Geldschein kann nun, nachdem die Bank die Banknote wieder verliehen hat, mehrmals im Geldkreislauf bei einem Kreditinstitut gebucht werden, womit die Betraege des Buchgeldes groesser werden, als das der Grundlage Bargeld. Wie gezeigt wurde, laesst sich jedoch aus dem Anstieg des Buchgeld- volumens keineswegs eine Korrelation zum Preisniveau, wie dies bei einer Vermehrung der umlaufenden Bargeldmenge der Fall waere, zeigen. Dies kann auch rein logisch erklaert werden, da die Betraege von Buch- Guthaben und Buch-Krediten immer gleich gross sind und gegeneinander aufgerechnet den Betrag 0 DM ergeben. Es besteht also keinerlei Groesse, welche auf die Wirtschaftsentwicklung wirken koennte. Der Fehler, der in diesem Zusammenhang oft gemacht wird, besteht darin, dass allein die Bestaende von Buchgeld und Barem verglichen werden und daraus geschlussfolgert wird, dass Bargeld heute unwichtig sei. Vergessen wird jedoch, dass jedes Giralgeld immer eine Forderung auf Bargeld darstellt und frueher oder spaeter wieder zu diesem wird. Auch kann das eingezahlte und gebuchte Geld nur von einer Person benutzt werden, entweder vom Einzahler oder von der Bank oder vom Kreditnehmer, es findet also keine Ausweitung der Kaufkraft statt. Die Behauptung aus Bankenkreisen, ueber die Unwichtigkeit von Bargeld heute und des Einflusses von Giralgeld ermangelt nach wie vor jeder Beweisfuehrung. Dabei hat der Geldreformer Silvio Gesell diese Frage bereits vor 70 Jahren ausreichend beantwortet. Viel wichtiger als die Frage, welche Bedeutung Buchgeld in der Wirtschaft spielt, liegt in der Auseinandersetzung mit den Risiken dieses "Geldes". Dabei ist die Funktionssicherheit des Buchgeldes wesentlich kleiner als das von Barem. Unsichere Funktion Welche herausragende Bedeutung Bargeld hat, haben Sie vielleicht schon erlebt, wenn Ihr Bankautomat, oder Ihre Geldauszahlung am Schalter gesperrt waren, weil der Computer keine Verbindung zum Zentral- rechner hatte. Am 1. Dezember 1999 war das gesamte Zahlungssystem der Deutschen Bank durch einen Computerfehler lahmgelegt. Dadurch konnten voruebergehend 35 Mrd. Euro an Verpflichtungen nicht er- fuellt werden. Schnell haetten sich, allein durch solch einen zufaelligen Ausfall, Liquiditaetsengpaesse mit Bankenpleiten ent- wickeln koennen. In solch einem Fall koennten Sie weder Ueber- weisungen vornehmen, noch ueber Ihr Vermoegen verfuegen. Dann wuerde jedem der Unterschied zwischem echtem Geld und daraus entstandenen Geldforderungen ins Auge springen. Die Losung lautete wieder: "Nur Bares ist Wahres". Schon an dieser Stelle wird deutlich, dass die Geldforderungen immer ein Zahlungsmittel zweiter Klasse darstellen und erheblichen Risiken ausgesetzt sind. Alle Arten von Chipgeld, Netzgeld oder insgesamt Buchgeld sind immer mehr oder weniger fehleranfaellig. Was waere, wenn ploetzlich die Elektrizitaet ausfiele, oder ein Computervirus das Netz lahmlegen wuerde? Dann muessen alle Zahlungen ausfallen, nur weil man sich auf ein angeblich "modernes" Zahlungsmittel verlassen hatte. Hier sind Sie dann auf Ihre Krisen- sicherung angewiesen, wie sie ausfuehrlich in meinem Buch "Geldcrash- So retten Sie Ihr Vermoegen-Der Krisenwegweiser" beschrieben wurde. Unter einer Wirtschaftskrise wuerden Sie sogar Ihr ganzes Vermoegen verlieren, wenn Sie sich nicht entsprechend vorher auf eine solche Bedrohung eingestellt haben. Wer garantiert ueberhaupt fuer die Sicherheit des bargeldlosen Verkehrs? Wie sehr wir uns mit dem ganzen Chipgeld, welches vom Funktionieren der Computer abhaengt, in Abhaengigkeit und Gefahr bringen und wie leicht sich hier unser ganzes Vermoegen zerstoeren laesst, zeigte ein Beitrag des Terrorismusforschers Prof. Laqueur. Er wies dabei auf die Risiken einer verkomplizierten Gesellschaft im Falle terroristischer Anschlaege hin: Wenn es Terroristen gelaenge, "wichtige Zentralen oder Schaltstellen unserer sich immer komplizierter und vernetzter entwickelnden Computer- systeme zu blockieren oder gar zu zerstoeren, dann koennten dadurch fuer Tage, Wochen oder schlimmstenfalls Monate das Leben unserer Gesellschaft voellig paralysiert werden." Er wies auch auf ein Gesetz in der Geschichte hin: "Leider gibt es in der Geschichte ein Gesetz, dass alles, was sich am Horizont menschlichen Denkens als Moeglichkeit herausbildet, eines Tages auch in die Praxis umgesetzt wird." Dabei ist fuer die Zerstoerung eines Landes nicht viel Aufwand noetig: "Was man braucht sind vier, fuenf oder hoechstens sechs Personen mit technischen Kenntnissen und etwas Kapital zur Anschaffung der entsprechenden Materialien und Geraete, und schon laesst sich Terror ganz ohne besonders ausgefeilte konspirative Strukturen organisieren." In die gleiche Richtung deutet eine Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS), welche zum Ergebnis kam, dass die USA durch Zerstoerung des Computernetzes (und damit der Zahlungsvorgaenge) mit zehn exzellenten Hackern und zehn Millionen Dollar in die Knie gezwungen werden koennten. Anfang 2000 gab es einen umfassenden Hackerangriff auf das Internet. Zur kuenftigen Abwehr wurde die NSA beauftragt, was zeigt, wie ernst die Lage ist. Wuerde dieser Schlag noch umfassender gefuehrt, koennte mit einem mal die ganze Weltwirtschaft zerstoert werden. Es geht hier nicht darum, den praktischen Nutzen von Buchgeld fuer Ueber- weisungen herabzusetzen, sondern darum, deutlich zu machen, welche Gefahren durch einen unbedachten Umgang mit diesem System entstehen kann. Dabei ist es nur eine Frage der Zeit, bis solch ein Zusammenbruch des Computergeldes und damit eine Depression mit dem Verlust Ihres Vermoegens Realitaet wird. Es lohnt sich, sich hier vorher schon Gedanken zu machen, welche Vermoegensplanung sinnvoll ist, etwa durch das Buch "Geldcrash- So retten Sie ihr Vermoegen". Doch noch viel schwerwiegender ist die Gefahr, dass unsere Freiheit durch solch ein Geld voellig verloren gehen wird. Verlust der Freiheit Das Risiko besteht darin, dass alle Zahlungsvorgaenge kontrolliert und ueberwacht werden koennen. Es kann jederzeit, auch im nachhinein, festgestellt werden, wer, wann, wo, was und fuer welchen Betrag gekauft hat. Damit lassen sich zutreffende Nutzerprofile erstellen, mit denen der einzelne genau kontrolliert werden kann. Auch besteht die Moeglichkeit, das Konto systemkritischer Personen jederzeit zu sperren und so Druck auf die freie Meinungsaeusserung auszuueben. Wenn dies jetzt vielleicht fuer viele noch nicht als Gefahr erscheint, so koennte d er Ueberwachungsstaat unter einer Wirtschaftskrise durchaus ploetzlich Realitaet werden - und es gibt dann kein zurueck mehr! Weltweit sind verstaerkte Bestrebungen im Gange, das Bargeld durch bargeldlose Systeme zu ersetzen. Besonders kritisch ist dabei die Verwendung von EC- und Kreditkarten fuer Zahlungsvorgaenge anzusehen, weil damit alle Kaufvorgaenge zentral gespeichert werden, womit der Kunde einer totalen Ueberwachung unterliegt. Man setzt zuerst auf kraeftige Werbung, um das angeblich "moderne Zahlungsmittel" im Volk beliebt zu machen. Mit Erfolg: Ende 1999 verfuegte im Durchschnitt praktisch jeder Einwohner der Bundesrepublik ueber eine EC-Karte, oder eine Karte mit Zahlungsmittel- funktion. Innerhalb eines Jahres wurden die Karten um 19% mehr benutzt. Eine weitere Anstrengung, um die Buerger von der Chipkarte zu ueberzeugen geht in Richtung Jugendschutz. Mit dem Vorwand, den Zigarettenkauf von Jugendlichen einzuschraenken, wollen die Mitglieder der Nichtraucher- schutzinitiative im Bundestag die Zigarettenindustrie im Bundestag zwingen, ihre Automaten auf ein neues, bargeldloses System umzustellen. Denkbar sei dabei die Einfuehrung spezieller Chip-Karten oder der Einsatz von Eurocheque- und Kreditkarten. Kaum ein Bundesbuerger scheint sich allerdings Gedanken darueber zu machen, welche Macht er den Banken mit der Verwendung von EC-, Chip- oder Kreditkarten einraeumt. Der Bundesbeauftragte fuer Datenschutz, Joachim Jacob, wies bereits darauf hin, dass auch aufladbare Geldkarten die systematische Ueberwachung der Personen erlauben. Der Benutzer lege Datenspuren ueber Zeit, Ort und ausgegebenen Betrag. Die Daten wuerden jahrelang gespeichert, und auf Knopfdruck koennten von jedem Kartennutzer exakte Verhaltens- und Kaufprofile erstellt werden." Des weiteren wiesen die Datenschuetzer darauf hin, dass das bargeldlose Bezahlen mit Karte Datenspuren hinterlaesst. Wer zum Beispiel regelmaessig in einer Edelboutique einkaufe oder in einer Luxusherberge uebernachte, die von der Mafia als Geldwaeschanlage benutzt werde, koenne schnell als Verdaechtiger im Polizeiapparat registriert werden. Der Ueberwachungsstaat bedroht jeden Viele Zeitgenossen verfallen dabei der Annahme, dass wer nichts auf dem Kerbholz habe, sich nicht vor UEberwachung fuerchten muesse. Dies ist jedoch ein gefaehrlicher Trugschluss: Wer definiert denn, was als staatsfeindlich gilt und was nicht? Es sind genau dieselben Personen, die auch das UEberwachungsnetz betreiben. Was ist, wenn die Lebensumstaende so drueckend geworden sind, dass ein Leben nicht mehr moeglich ist und es dann Gesetze gibt, welche vorschreiben, dass jeder seinen letzten Besitz an den ueberschuldeten Staat abgeben muss? Dann ist jeder staatsfeindlich und damit kriminell, der den Anweisungen nicht nachkommt, also nicht fuer die Bedienung der Schulden zu sterben bereit ist. Wer sagt denn, dass der Begriff "Kriminalitaet" immer so gefasst sein wird wie heute? Vielleicht wird jeder einmal zur Zwangsarbeit verurteilt, um die Verzinsung der Schulden sicherzustellen, und Flucht ist dann nicht mehr moeglich. Was waere, wenn beispielsweise die Mafia durch ihren grossen Reichtum in die Macht des Ueberwachungsnetzes kommt und jeder "Schutzgeld" abzufuehren hat? Eine Erfahrung aus der Geschichte lehrt, dass alles was sich missbrauchen laesst, auch irgendwann von irgendjemandem irgendwie missbraucht werden wird. Ein Zurueck gibt es dann nicht mehr, da diese Macht, die Herrschaft ueber jeden einzelnen Menschen zu jeder Zeit an jedem Ort, eine absolute ist. Es stimmt sehr bedenklich, dass der Gebrauch von Bargeld zunehmend eingeschraenkt wird. Frankreich fuehrte beispielsweise, unter dem Vorwand, die Geldwaesche zu bekaempfen, im Mai 2000 ein Gesetz ein, wonach Barzahlungen bei Geschaeftsleuten nur noch bis 1500 DM und bei Privatleuten nur noch bis 6000 DM zulaessig sein sollen. Die Entwicklung zum Ueberwachungsstaat, mit der Grundlage bargeldlose Waehrung, ist also sehr gefaehrlich und kann ganz schnell in einer perfekten Diktatur enden, gegen die kein Widerstand mehr moeglich ist. Bargeld ist Freiheit - alleiniges Buchgeld bedeutet Unterdrueckungsstaat und Kontrolle! "Geldcrash - So retten Sie Ihr Vermoegen - Der Krisenwegweiser", ISBN 3-00-005077-9, neue Auflage 2000, 144 S., DM 29,80 oder die Neuerscheinung: "Boersenkrach und Weltwirtschaftskrise - Der Weg in den 3. Weltkrieg", Kopp Verlag (Tel. 0 48 45) 79 04 - 0) ISBN 3-930219-34-4, 320 S., 39,80 DM Auf seiner Internetseite http://www.geldcrash.de informiert der Autor die Leser ueber aktuelle Entwicklungen und Gefahren im Bereich Finanzen und Gesellschaft. ---------------------------------------------------------------------- * Die rote Karte fuer BSE und Schweinepest - internationale vegetarische und billige Gerichte aus aller Welt Teil II - billig futtern wie in der SCHWEIZ Die Schweiz und ihr Kaesefondue - gibt es heute und hier garantiert nicht! Unsere westlichen Nachbarn verfuegen ueber eine recht interessante Kueche, von der wir wesentlich weniger Anleihen genommen haben, als von unseren oestlichen Nachbarn. Dabei ist die Schweizer Kueche interessant, teil- weise guenstig und sicher bekoemmlicher als die Tiroler Fettattacke! Also habe ich brav gekocht und recherchiert und rausgekommen sind folgende Rezepte. Wohl bekommts! Ich habe natuerlich wieder acht gegeben, moeglichst einfache Gerichte zu finden, bei denen wir noch die Chance haben moeglichst wenig bis keine Chemie verkochen zu muessen. Auch habe ich auf Resteverwertung geschaut - bei Schweizer Kueche gar kein Problem!! Falsche Krebssuppe 250 g (ev. auch altes) Weissbrot, 50 g Butter, 1 El. Mehl, 1 1/2 l Bouillon, 2 Eigelb, 3 EL Milch, Muskatnuss, 1/2 Bd. Petersilie Das Brot in kleine Wuerfel schneiden. In der heissen Butter goldbraun roesten. Das Mehl darueberstreuen und weiterroesten, bis das Brot dunkel ist. Die Bouillon dazugiessen. Die Suppe 15 Minuten kochen lassen. Inzwischen die Eigelb mit der Milch und der geriebenen Muskatnuss in der Suppenschuessel vermengen. Die kochendheisse Suppe langsam dazugiessen. Mit der gehackten Petersilie bestreuen. Die falschen Krebse sind natuerlich die Weissbrotwuerfel. Ziegernudeln 200 g Mehl, 2 Eier, Zieger nach Bedarf, Milch oder Wasser (Was ist jetzt Zieger? Ein Hartkaese aus Ziegenmilch. Da es eine alpenlaendische Spezialitaet ist, die bloss keiner kennt, kann man auch andere Reibkaesesorten verwenden.) Aus Mehl, Eier, Zieger, Milch (oder Wasser) einen festen Teig kneten, daraus Nudeln formen (Im Alpenraum sind Nudeln nicht Spaghetti usw. sondern laengliche Rollen in der Mitte dick am Rand spitzig.). Im heißen Fett schwimmend backen. Dazu schmeckt Blattsalat oder Wildgemuesespinat!! Ryys met Boor (gefunden in kochbu.ch und auch so abgeschrieben) 2 El. Butter, 1 Zwiebel fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, 2 Tas. Vollkornreis, 1 Tas. Weisswein 4 Tas. Wasser Bouillon, 400 g Lauch in feinen Streifen Saurerrahm Butterflocken Bergkäse gerieben Erklärung: "Ryys" bedeutet Reis und "Boor" steht für Lauch resp. Poree. Zwiebeln, Knoblauch und Reis in mit einem El. Butter glasig duensten. Mit dem Weisswein abloeschen. Das Wasser nach und nach dazugeben. Reis 15 Minuten auf kleiner Stufe kochen. Mit wenig Bouillon wuerzen. Inzwischen die Lauchstreifen in einem El. Butter duensten. Zum Reis geben und knapp 15 Minuten koecheln lassen. Von der Herdplatte nehmen und zugedeckt noch etwas quellen lassen. Mit dem Sauerrahm, einigen Butterfloeckchen und geriebener Bergkäse abschmecken. Zu diesem Eintopf serviert man geroestete Brotwürfel und Zwiebelringe und eine Siedwurst. Aber auch ein gemischter Blattsalat ist eine ideale Ergaenzung. Apfelroesti 75 g Butter, 250 g altes Brot in feinen Scheiben, 4 EL Zucker, 8 Aepfel in Scheiben, 1 dl Apfelsaft, 1 Msp. Zimt, 2 EL Rosinen Butter zergehen lassen, die Brotscheiben goldbraun anroesten, die Apfelscheiben darueberstreuen. Auf kleiner Flamme daempfen, bis die Aepfel gar sind. Zum Schluss den Zucker, den Apfelsaft, der mit Zimt verruehrt ist und die Rosinen daruntergeben. Wer findet, dass diese Kueche wie fuer ihn geschaffen ist, der sehe doch mal unter den Internet Tipps ganz unten nach. Auch unter den News habe ich weitere geniale, billige Schweizer Rezepte aufgenommen. Das naechste mal geht es wieder in die Ferne. Na zdarowje - aber mehr moechte ich nicht verraten! ----------------------------------------------------------------------- * Hilfe meine Waschmaschine ist meine groesste Spardose - Ideen zum Waschen, Trocknen und Buegeln - Teil III: Trocknen Beim Waeschtrocknen kann man herrlich Geld verschwenden - das war mir neu. Aber knallharte Zahlen haben mich eines besseren belehrt. 85 % der Amerikaner trocknen ihre Waesche im Waeschetrockner, nur 15 % benutzen die Leine, wo doch der Waeschetrockner nach dem Kuehlschrank der groesste Stromfresser im Haushalt ist. Genau dieser Waeschetrockner ist einer der Lieblingsfeinde von Christiane. Mein groesster Energiespartip: Wenn es sich irgendwie machen laesst: Waesche auf der Leine trocknen. Ich selbst besitze gar keinen elektrischen Trockner, ich habe aber einen Solartrockner: Den Dachboden des Mehrfamilienhauses, in dem ich wohne. Dort habe ich Leinen gespannt, und dort trocknet alles. - Wenn ich denke, was so ein Trockner alles an Energie frisst, die ich dort kostenlos und umweltfreundlich haben kann! - Dann habe ich natuerlich auch keine Anschaffungskosten gehabt, ausser ein paar Mark fuer die Leine, die jetzt schon ueber sechs Jahre durchhaelt. - Ausserdem spare ich auch noch dadurch Energie, dass ich nicht so hohe Schleuderdrehzahlen in der Waschmaschine brauche, um die Waesche moeglichst trocken zu kriegen, bevor sie in den Trockner wandert. - Weitere Vorteile: Ein Trockner nutzt die Waesche zusaetzlich ab, d.h. ohne Trockner halten meine Stuecke laenger. Das haengt mit der Waerme zusammen, die die Stuecke nur unnoetig strapaziert. - Ich spare auch Ausgaben fuer trocknergeeignet ausgeruestete Waesche. Diese Ausruestung ist auch Chemie, die ich nicht auf der Haut haben will. - Manche argumentieren, dass sie das Buegeln sparen, aber ich buegele sowieso nur wenige Teile. Wenn ich das Buegeln sparen gegen das Trocknen- Sparen aufrechne, bin ich trotzdem noch billiger (ca. 1-2 Stunden buegeln pro Woche gegen wieviele Stunden Trockner laufen lassen (ich habe 5 Maschinen Waesche pro Woche, die zu trocknen waeren, ich weiss nicht, wie lange der Trockner dafuer brauchen wuerde). - Eine weitere Beobachtung meiner Knauserer: Wenn man die Waesche herausholt, ist sie noch mehr verknittert als wenn man Sie auf die Leine haengt. Man muss also mehr Zeit aufwenden mit dem Buegeln und man muss laenger buegeln was auch wieder Strom kostet. Also wenn es irgendwie geht, den elektrischen Waeschetrockner vermeiden. Ich weiss, dass das in manchen Wohnungen schwierig ist, aber fuer diese Leute gilt dieser Tip nicht. Der Trockner verbraucht in einigen Jahren etwa noch einmal die gleiche Summe, die er gekostet hat, an Energiekosten! Wenn es einen Speicher oder einen Trockenkeller im Haus gibt sind Sie fein raus. Ein Speicher ist ein richtiger Solartrockner. Noch besser geht es, wenn Sie eine Waescheleine im Freien haben koennen. Dann hilft der Wind beim Trocknen, die Waesche riecht auch ohne Waescheparfuem angenehm, und Weichspueler braucht man keinen, weil die Waesche gleich weich ist. Andere Moeglichkeiten sind Balkon oder Terrasse, oder wenn das Badezimmer ein Fenster hat, auch das Bad. Die schwierigste Moeglichkeit ist es, einen Waeschestaender im Wohnbereich zu haben, denn der ist dauernd im Weg. Zum Thema Trocknen habe ich noch zwei schnelle aber feine Tipps gefunden: Farbige T-shirts nicht in die Sonne haengen zum Trocknen, da verblassen die Farben viel zu schnell. T-Shirts also in den Schatten haengen. Waesche trocknet im Winter sehr schlecht im Freien. Wenn man dem letzten Spuelwasser etwas Salz zugibt, geht es schneller und man muss nicht auf den Waeschetrockner zurueckgreifen. ----------------------------------------------------------------------- * Ich werde Kleinstbauer - was man alles am eigenen Balkon pflanzen kann Fuer mich wohl das schwierigste Thema ueberhaupt! Was Garten und dergl. betrifft bin ich blutiger Anfaenger. Aber dennoch moechte ich vor allem jenen Mut machen, die wie ich auch am Anfang einer Karriere als Hobbygaertner stehen. Sicher werde ich nie Orchideen zuechten, das ist auch nicht die Art Pflanzen, die fuer mich die Muehe wert waeren. Bei mir wird heuer Gemuese, Obst und Kraeuter gesaeht. Aber, aber, aber ... natuerlich gehoere ich zu den Gluecklichen, die aus- reichend Gruenflaeche zur Verfuegung haben. Was macht aber ein Staedter? Auch er muss nicht auf eigenen Anbau verzichten. Er kann seinen Balkon nutzen. Und moege er auch noch so klein sein, fuer ein paar Kraeuter ist immer Platz. Welche Pflanzen kann ich am Balkon gut anpflanzen? Von den Gemuesearten gedeihen vor allem Tomaten, Paprika, Gurken, Radies- chen, Salat und Zucchine im Kuebel. Fuer Einsteiger werden vor allem Tomaten empfohlen. Ich habe es letztes Jahr mit Cocktailtomaten probiert. Sie sind totzubekommen - nur sonnig sollte der Balkon sein. Etwas weniger sonnenverwoehnte Balkone koennen Radieschen oder Salate beherbergen. Wer wie ich noch jeden Fikus benjaminus ins Nirvana geschickt hat, wird vielleicht mit etwas ganz einfachem anfangen - mit Kraeutern. Sie sind die ungekroenten Koenige des Balkons. Sie brauchen wenig Platz, sind sehr robust und man kann - was sehr motivierend ist - bereits mit kleinen Mengen seinen Jahresbedarf decken. Es gibt eigentlich kein Kraut, das sich nicht eigenen wuerde. Majoran, Rosmarin, Oregano, Salbei etc. lieben es sonnig, im Schatten wird es mit ihnen nichts. Kraeuter wie Liebstoeckel, Petersilie und Rosmarin, die bei etwas Glueck wie wild wuchern, sollte man nicht mit anderen Kraeutern zusammen einsetzen, sie nehmen mit der Zeit viel zu viel Platz und Sonne weg. Auch Obst kann am Balkon gedeihen. Vor allem Beerenstauden wie Johannis- beer, Stachelbeer eignen sich. Man kann sie als Staemmchen in Kuebeln kaufen! Vor allem Suedbalkone bieten sich fuer Beeren an. Was muss man beachten? Gemuese mag es nicht windig - wer also ein Windloch als Balkon hat, sollte sich einen Windschutz bauen, muss aber darauf achten, dass er nicht die Sonne wegnimmt. Ausser Tomaten und Radieschen brauchen die meisten Gemuese auch reichlich Platz - also grosse Gefaesse waehlen. Natuerlich gibt es auch Schaedlingsbefall - am besten hilft dann die Brennesselbruehe aus dem Knausererlexikon. Samen aufziehen ist schwierig. Wer das erste Mal einen Balkongarten anlegt, ist besser beraten sich kleine Pflaenzchen zu kaufen. Gibt es guenstig im Baumarkt. Die Samen kosten auch ihren Teil und wer unge- uebt ist, kriegt einfach wenig gross. Und wann und wie beginnen wir? Ratgeber sagen ab Mitte Maerz - also bald. Vor allem aber die letzten Nachtfroeste abwarten. Dann hole ich mir fuer meine Kuebelpflanzen Erde (entweder von Bekannten mit Garten oder aus dem Baumarkt) und versetze sie mit Kompost (siehe weiter unten). Wie duenge ich? Bloss hier keine chemische Keule verwenden, wenn es doch gratis und bio geht. Diese Anleitung für Kompost am Balkon habe ich in einem Buch ueber Gaertner entdeckt: Man benötigt eine genuegend hohe Holzkiste wie sie zB für den Kartoffel- transport benutzt wird. Allzu große Luecken zwischen den Latten werden mit zusaetzlichen Holzlatten geschlossen, die man aufnagelt. Auch einen dichten Boden braucht die Kiste. Im Winter sollten die Waende und der Boden eine Kaelteisolation haben, die man aus Styroporresten selbst herstellen kann. Zuerst kommt Mooas, darauf eine Schicht Erde, hierauf eine Schicht Laub, darauf wieder etwas Erde und Moos und trockene Pflanzenreste, abgefallene Blaetter von Zimmerpflanzen, verbluehte Teile von Balkon- blumen usw. Es werden nun Regenwuermer eingesetzt. Die Tiere verkriechen sich meistens im Nu. Wie beim Gartenkompost wird der Kompost mit pflanzlichen Kuechenabfällen (keine Essensreste), Schalen, Teeblaettern und Kaffeesatz usw. gespeist. Bei Geruchsentwicklung auch hier eine duenne Schicht Kalk oder Gesteinsmehl aufstreuen. Alles mit Zeitungen abdecken. Ab und zu etwas giessen (aber nur sehr wenig!). Wenn es dann noch immer Duenger braucht, dann einfach die Nutzpflanzen mit Eierwasser giessen - einfach Eierschalen sammeln und in einen Kuebel voll Wasser am Balkon geben. Ein paar Tage warten - fertig ist ein kalkreicher Duenger. Ganz ausgefallen: Kartoffeln am Balkon ziehen In Topf oder Kiste (Löcher in den Boden machen!) kommt Gartenerde. Ein paar Kartoffelknollen (es brauchen nicht einmal Saatkartoffeln zu sein) werden darauf gelegt und mit Erde zugedeckt. Regelmaessiges Giessen und ein sonniger Standort sind wichtig. Nach zwoelf Wochen kann erstmals geerntet werden. Du hast keinen Balkon?? Macht nichts - am Fensterbrett gedeihen immer noch Basilikum und die beruehmte Brunnenkresse. ----------------------------------------------------------------------- * Mit kleinen Tipps viel sparen INTERNET-TIPP: www.schlemmergarten.de - Wohl das netteste Internetkoch- buch, das ich je gesehen habe - wirklich ansprechendes Design, gescheite Suchfunktion. INTERNET-TIPP II: Wer nicht genug von den Schweizer Kochrezepten be- kommen hat, der wird auf http://kochbu.ch voll auf seine Rechnung kommen. KNAUSERER-TERMIN: 1.3.2001 - sustainable Energy Day - Heute ist der Tag der nachwachsenden Rohstoffe wie Holz, Biomasse etc. Vielleicht nehmen wir uns das zum Anlass uns einmal genauer darueber zu informieren zB in der taten.municipia.at. GEIZHALSSPRUECHE: Der Weg von der Sparsamkeit zur Verschwendung ist leicht, von der Verschwendung zur Sparsamkeit schwer. Japan Der Reiche findet keinen Schlaf, der Reiche fuerchtet den Dieb. Russland Der Reiche hat nur zwei Loecher in der Nase, ebenso wie der Arme. Polen Der Reiche ist wie ein Aschenbecher: je mehr sich anhaeuft, je schmutziger wird er. Japan TROCKENES SCHWARZBROT: Es passiert immer wieder - zu viel Brot eingekauft und der gute Schwarz- brotwecken (für dt. Leser Graubrotlaib) ist steinhart. Ich habe ein sehr gutes Rezept zum Verwerten gefunden, das so gut ist, dass es sich fast lohnt Schwarzbrot absichtlich hart werden zu lassen: Schwarzbrotknoedel 500 g Schwarzbrot, 1 EL Speck. 2 EL Zwiebelwuerfel, 1 EL Butter, 50 g Walnusskerne, 1/4 l Milch, 3 Eier, Salz Pfeffer, Muskat Brot in feine Scheiben schneiden. Speck und Zwiebel in Butter glasig duensten. Walnuesse zugeben und kurz mitroesten. Alles zum Brot geben und die lauwarme Milch und Ei daruebergiessen. Mit einem Kochloeffel durchheben und mit Salz, Pfeffer und Muskat wuerzen. Die Mischung mind. 1/2 Stunde stehen lassen. Ein grosses Stueck Alufolie mit Butter bestreichen. Den Teig zu einer laenglichen Rolle von ca. 3 cm Durchmesser formen und in die Alufolie wickeln. Die Enden zusammendrehen, so dass die Rolle wasserdicht ist. Die Rolle in einem Topf mit leicht siedendem Wasser ca. 30 min. garen. Abkuehlen und aus der Folie nehmen und in Scheiben schneiden. Braunen Butter daruebergiessen. ----------------------------------------------------------------------- Helfen Sie sparsame Ideen zu finden! Diese Rubrik soll helfen, verschiedene Ideen meiner Leser zu (bislang) nicht geloesten Problemen zu finden. Die besten Einsendungen werden im naechsten Knauserer veroeffentlicht. Was werdet ihr heuer im Garten pflanzen? Was ganz aussergewoehnliches? Oder habt ihr eine besondere Garten-Erfolgsstory! ----------------------------------------------------------------------- Impressum: Der Knauserer ist ein kostenloses E-Zine, das ca. 12mal jaehrlich erscheint. Herausgeber: Michaela Mauracher, mau@surfeu.at - knauserer.tsx.org